„Gott ist cool, er ist immer da!“

Zelt der Begegnung – „Da berühren sich Himmel und Erde“

ZeltBegegnung2Auch wenn das Wetter einige Unbilden bereithielt, ließen es sich die Besucher des Gemeindefestes der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Kreuznach und der Evangelischen Matthäusgemeinde nicht nehmen, sich ein fröhliches Stelldichein am Naheufer zu geben. Neben einem feierlichen Familiengottesdienst zu Beginn in der Pauluskirche erwartete die Gäste ein abwechslungsreiches Programm für alle Generationen. Eine Installation aber zog die Aufmerksamkeit auf sich, das „Zelt der Begegnung“, ein im besten Sinne ökumenisches Projekt zum 500. Reformations-Jubiläum.

Wer war dieser Martin Luther eigentlich? Nun, ganz sicher – anders als der Mystiker Meister Eckart – ein zupackender Typ. Als Seelsorger waren ihm viele Menschen vor Augen, die weder lesen noch schreiben konnten, aber nach Antworten suchten für ihre Zweifel und Anfechtungen. Mit seinem Grundsatz „Dem Volk aufs Maul schauen“ orientierte er sich an einfachen Männern und Frauen, an ihrem Suchen und Fragen nach einem freundlichen Gott. Genauso wie Jesus gerne den einfachen Menschen das Evangelium weitersagte, so suchte auch Luther nach Mitteln und Wegen, den Mann von der Straße mit dem Wort Gottes vertraut werden zu lassen. Mit den „vier Säulen“ malte er seinen Zuhörern ein leicht verständliches Bild vor Augen. Er konzentrierte sich auf das, worauf es im Leben mit Gott ankommt: seine Gnade (sola gratia), seinen Sohn Jesus Christus (solus Christus), sein Wort (sola scriptura) und das Vertrauen zu Gott, den Glauben an ihn (sola fide). Schulpfarrerin Susanne Storck entwickelte gemeinsam mit ihren Schülern eine wunderbare Idee: „Wir bauen die vier Säulen, mit denen nach Luther christlicher Glaube ,steht und fällt`. Und damit diese Säulen nicht wackeln oder fallen, bauen wir sie richtig stabil!“ Wickelfalzrohre wurden mit Plastik und dann mit Kulissenpappe umspannt. Sie stehen auf je einem Sockel und schließen mit einer Holzeinfassung, sodass die Anmutung real existierender „Säulen“ entsteht. Diese befinden sich unter einem „Zeltdach“, das den optischen Rahmen bildet. Wie heutige Menschen die lutherischen Säulen im Kontext von Problemen des 21. Jahrhunderts verstehen können? Dazu sagte eine Frau leise: „Was ich hier sehe, berührt mich!“ Ein junger Mann kam mehrfach, las, überlegte, ging weiter, kam zurück, dachte nach und schrieb einen Text auf die Säule des Glaubens. Ein Junge hielt fest: „Gott ist cool, er ist immer da.“

Das „Zelt der Begegnung“ konnte mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Rhein-Nahe und der Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück errichtet werden.

Mit Gerald Knöbel aus Odernheim hatte man einen kompetenten Schreiner gefunden, der ideenreich, engagiert und sorgfältig die Holzarbeiten durchführte.

Das Zelt kann von Gemeinden ausgeliehen werden. An Pfingsten reist es zum Ökumenischen Christusfest auf die Festung Ehrenbreitstein, macht von Mitte bis Ende Juni Station in der Alfred-Delp-Schule, steht am 17. September in der Diakoniekirche und Ende Oktober geht es über das Emanuel-Felke-Gymnasium in Bad Sobernheim und die Integrierte Gesamtschule Stromberg zur Eröffnung der Kreissynode am 11. November in der Pauluskirche zurück nach Bad Kreuznach.