Willkommen zurück im Leben

Der 14-jährige Schüler Lukas ist nach einer risikoreichen Herztransplantation auf dem Weg der Besserung

LukasThammMa2017Seit dem 7. Dezember 2015 stand fest: Lukas Thamm aus Rüdesheim benötigt ein neues Herz! Seines brachte gerade noch 13% der normalen Leistung, eine 16-monatige Odyssee zwischen Hoffen und Bangen, dem Wohnort Rüdesheim und der Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Heidelberg sollte folgen, die am 9. April, vor exakt fünf Wochen, ein glückliches Ende finden sollte.

Lukas Thamm erhielt an diesem Sonntag nach einer 13-stündigen Marathon-Operation sein „neues“ Herz! „Am 8. rief meine Frau Ulrike an und berichtete aufgeregt, dass das Organ da sei!“, erzählt Vater Olaf Thamm noch immer bewegt. „Tausend Gedanken gingen mir durch den Kopf. Hoffentlich ist kein Stau, war einer davon!“ In Heidelberg schwankten derweil alle Beteiligten, Krankenschwestern, Mutter Ulrike und auch Lukas, „zwischen Feuer und Wasser.“ Gemeinsam weinte und freute man sich über diese wundervolle Neuigkeit. Lukas selbst meinte tapfer: „Her damit!“, bevor er am frühen Morgen des 9. in den OP gebracht wurde. Dann begannen 13 nervenzerreißende Stunden, „eine Ewigkeit“, die die Eltern in Lukas` Zimmer verbrachten. Alle Versuche, sich abzulenken, waren nur für kurze Zeit von Erfolg gekrönt. Was sie nicht wissen konnten, war, dass Lukas` Aorta noch geplatzt war, als sein transplantiertes Herz bereits in seinem Brustkorb schlug. Das Organ musste daher nochmals stillgelegt und der Junge selbst auf knapp 24° heruntergekühlt werden. Dann aber war es geschafft, Lukas kam auf die Intensivstation der Großen Chirurgie, wo die Eltern und Geschwister ihn einmal täglich für eine Stunde besuchen durften. Immer begleitete sie die bange Frage: Wie geht es ihm heute? Hat er die Augen offen? Schläft er? Viele Medikamente erhielt er in dieser Zeit, doch nach zweieinhalb Wochen mit vielen Fortschritten ging es für Lukas zurück in die Kinderkardiologie, die Eltern konnten nun wieder bei ihrem Sohn sein. Seine ersten Worte lauteten: „Hallo Mama!“ Und „Mein Herz tut mir so weh!“ Kein Wunder, denn nun schlug ein neues, gesundes kräftig in seiner Brust. Olaf Thamm erzählt: „Sein größter Wunsch ist es, ein Fußballspiel in der Allianz-Arena in München sehen zu können, Lukas ist großer Bayern-Fan, und mit mir zu wandern. Früher waren wir als Familie oft unterwegs.“ Wenn alles sich so gut weiterentwickelt wie bisher, darf Lukas in drei Wochen nachhause, wo ein schönes Highlight auf ihn wartet: seine Konfirmation! Diese darf er alleine feiern, findet die reguläre doch an diesem Sonntag statt. Ein halbes Jahr wird er noch zuhause bleiben müssen, ein Lehrer wird in dieser Zeit zu ihm kommen, danach beginnt eine Familien-Reha. Viel gibt es zu verarbeiten, darin ist sich Vater Olaf Thamm gewiss, doch eines überwiegt alles: „Lukas hat es geschafft! Wir haben es geschafft! Die Zukunft kann kommen!“ Und seine Schule, die ADS, freut sich auf ihn!