„Hätte Werther seiner Lotte über WhatsApp mal geschrieben…“

Benefizkonzert der Vocal-Popgruppe „SUNA“

SUNAUnd da waren sie wieder, die fünf jungen Männer, die nach zehn Jahren an ihre Schule zurückkamen, um dort, an ihrer „alten“ Wirkungsstätte als ausgezeichnete A-cappella-Band „SUNA – So!... und nicht anders“ ein Benefizkonzert für das Kinderhospiz Dr. Carl Wolff in Rumänien zu geben. Wenn auch aus der ersten Formation Lukas Dunkel und Jonas Dhom inzwischen ausgeschieden sind, so sind Josef Adugna („der Gentleman“), Christoph Günster („der Poet“) und Benedikt Vogt („der Sprengstoff“) noch immer Stützen der Vocal-Popband. Hinzugesellt haben sich Nicolas Ries (Bass, „der Macher“) und Thomas Lang („der Schelm“).

Nichtsdestotrotz kam es an diesem Abend zu einem Wiedersehen mit den ehemaligen „Leistungsträgern“, was den besonderen Charme dieses Konzertes ausmachte und den Zusammenhalt aller auch über diese lange Zeitspanne zeigte. Überhaupt waren sehr viele Menschen ihrer Einladung gefolgt und hatten sich freudig in der Aula der ADS eingefunden. Doch wen wundert´s? „SUNA“ legt seit 10 Jahren eine beachtliche Karriere hin, die sie bereits in viele Länder geführt hat, unter anderem bis nach Armenien, und nun eben zurück nach Hargesheim. Im Gepäck hatten die fünf eigene Kompositionen, die sich sehen und hören lassen konnten. Frech, unverbraucht, frisch und mit ganz viel Temperament wirbelten sie über die Bühne, waren stetig untereinander, aber auch mit dem begeisterten Publikum in Interaktion und präsentierten sich in all ihrer Brillanz und Einzigartigkeit. Als Solisten wie auch in der Gruppe wussten sie zu überzeugen. Choreographie (von den fünf jungen Männern gemeinschaftlich entwickelt und perfektioniert), Texte und Stimmgewalt der Künstler ließen niemanden unberührt und faszinierten. Als Zuhörer fühlte man sich direkt und persönlich angesprochen, so unmittelbar war dieser sensationell gute Auftritt. Die von ihnen dargebotenen Songs gerieten authentisch, waren in sich stimmig und auf jeden Einzelnen der Sänger zugeschnitten. Der ihnen eigene poppige Charakter ergab ein wunderbar harmonisches Klangbild, unterlegt mit Spritzigkeit, Esprit und ungeheuer viel Lebensfreude. Pointiert setzen sie sich mit Veganismus oder auch Liebeslyrik à la Goethe auseinander (man stelle sich Werthers Briefe an Lotte als WhatsApp-Nachrichten vor). Auch kleine Geschichten und lustige Episoden aus ihrem Musikerleben flochten sie ein: So war der Auftritt vor 50 Nackten in der Mitternachtssauna der Rheinwelle in Ingelheim sicherlich ein besonderes Highlight, das viele schmunzeln ließ. Ja, die fünf verstehen es sehr gut, es trotz allen Erfolgs eben „menscheln“ zu lassen. Sie können Balladen ebenso überzeugend präsentieren wie Texte sozialkritischen Inhalts. Ihre musikalische Bandbreite ist groß, ihr Können ebenfalls. Ihre Texte, das spürt man, sind echt, Ausdruck eigenen Empfindens, durchaus heiter, aber auch nachdenklich stimmend. Die preisgekrönten und charmanten A cappella-Sänger mit dem Blick fürs Besondere, mitunter einer Boygroup nicht unähnlich, lassen die Welt für einen (oder mehrere) Augenblicke stillstehen. Und man spürt vom ersten Augenblick an, dass hier Großartiges geleistet wird, Standing Ovations inklusive!