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Erasmus+Schulbildung

Ausgebrummt und abgeblüht?

Insektensterben im Mittelpunkt eines Erasmus plus-Projekts der ADS

Erasmusplus

Die diesjährigen Ausschreibungen von Erasmus plus im Schulbereich weckten das Interesse von Studiendirektor und MSS-Leiter Bernd Schumacher, der sich als engagierter Biologie- und Erdkundelehrer der Bedeutung des Artensterbens der Insekten sehr wohl bewusst ist.

Wenn auch das Verschwinden der Insekten meist mit einem Achselzucken hingenommen wird, so ist es doch unsere Aufgabe, die Insekten für nachfolgende Generationen zu erhalten und dies nicht nur, weil sie wertvolle ökologische und ökonomische Dienste wie Bestäubung und Schädlingsbekämpfung leisten. Jede einzelne Art hat auch ihre ganz eigene Daseinsberechtigung. Insektenschutz betrifft alle und dient dem im Grundgesetz verankerten Staatsziel, „die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere zu schützen.“

Europas Landschaften sind größtenteils Kulturlandschaften, die durch den wirtschaftenden Menschen und seine Haustiere entstanden sind. Sie prägen unser Heimatgefühl und helfen uns, das natürliche europäische Erbe bewusst und nachhaltig zu schützen. Kulturlandschaften wie das Nahetal und der Hunsrück vermitteln Zusammenhänge und zeigen den Menschen, woher deren Lebensgrundlagen kommen und wohin sie sie sich weiterentwickeln. Der Erhaltungszustand der Kulturlandschaft, als Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft, wird als zentrale Ursache des Insektensterbens deutlich.

Erasmusplus240 junge Leute, zum einen Schüler der Alfred-Delp-Schule Hargesheim, zum anderen des Samuel-von-Brukenthal-Gymnasiums Sibiu/Hermannstadt (Rumänien), und ihre Lehrkräfte haben es sich zur Aufgabe gemacht, die derzeitige Insektenvielfalt beider europäischer Regionen zu vergleichen und mögliche Ursachen für den Insektenschwund zu untersuchen. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Insektenschutzes wird geschärft und Handlungsstrategien, mit denen die Tiere zurückgewonnen werden können, erarbeitet. Zudem lernen alle Beteiligten klassische, aber auch digitale berufsqualifizierende Methoden kennen, eine wunderbare Ergänzung dieser einzigartigen Kooperation.

Das Erasmus + Projekt soll die Basis für ein Schulnetzwerk werden, das europaweit die Insektenvielfalt untersucht und sich gegen das Insektensterben engagiert. Der Wissenszuwachs in Bezug auf das europäische Erbe und Toleranz gegenüber anderen zu entwickeln, sind erwünschte „Nebenprodukte“, die dem aufkeimenden Nationalismus in besonderer Weise entgegenwirken können.

Als Verständigungssprache zwischen den jungen Menschen und Lehrkräften beider Gymnasien hat man Deutsch gewählt, eine Sprache, die alle Teilnehmer sehr gut beherrschen. Das fast 640 Jahre alte Brukenthal-Gymnasium ist eine Schule in der Sprache der deutschen Minderheit in Rumänien. Deren deutsche Partner besuchen vorbereitend einen Rumänischkurs am Weiterbildungszentrum Ingelheim.

Fünf Projektphasen mit Vor-Ort-Begegnungen sind Teil dieses großartigen Projektes, da die Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch interkulturelle Begegnungen ihre eigene und europäische Identität kennenlernen sowie fachübergreifendes und fächerverbindendes Denken gefördert wird. Ein erstes Treffen der beteiligten Lehrkräfte fand unmittelbar vor den Herbstferien in Rumänien statt.

MSS-Leiter und Diplom-Geograph Bernd Schumacher freut sich sehr, dass er dieses Projekt an seine Schule holen konnte. Ein entsprechendes Schild im Eingangsbereich der ADS gibt Kunde hiervon.

Erasmusgefoerdert rbg

 

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